Die Schutzt von Haien und Rochen

Océanopolis, das nationale Zentrum für wissenschaftliche Meereskultur, ist seit vielen Jahren in verschiedene Schutzprogramme für Korallen, tropische Fische und Meeressäugetiere involviert.

Veröffentlicht am 18/10/2023.

Heute engagiert sich Océanopolis für den Schutz von Haien und Rochen in zwei spezifischen Projekten: in dem StAR-Projekt – „Stegostoma tigrinum Augmentation and Recovery“ – das sich das Ziel gesetzt hat, Zebrahaie (Stegostoma tigrinum) aus im Aquarium gelegten Eiern in ihre natürliche Umgebung zurückzubringen, und in dem Projekt zur Umsiedlung von Sägefischen (Pristis pristis), die in ein Zuchtprogramm integriert werden sollen.

 

Zebrahaie aus den Océanopolis-Aquarien werden im Naturschutzgebiet Raja Ampat in Indonesien wieder eingeführt.

„Einrichtungen wie Océanopolis können wirklich eine aktive Rolle bei der In-situ-Erhaltung spielen“ – Dominique Barthelemy, Kurator für lebende Organismen bei Océanopolis.

Das von der internationalen Gruppe ReShark in Leben gerufene StAR-Projekt- Stegostoma tigrinum Augmentation and Recovery zielt darauf ab, in Aquarien gezüchtete Zebrahaie (Stegostoma tigrinum) in ihre natürliche Umgebung zurückzuführen.

Zebrahaie Zebrahaie (Stegostoma tigrinum)
Zebrahaie Zebrahaie (Stegostoma tigrinum)
Zebrahai-Ei Zebrahai-Ei
Zebrahai-Ei Zebrahai-Ei
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In den letzten Jahren haben Zebrahai-Populationen in Westneuguinea aufgrund von
Bedrohungen wie Lebensraumzerstörung und Überfischung, insbesondere für den lukrativen Haiflossenhandel, stark abgenommen. Weltweit wurde der Zebrahai (Stegostoma tigrinum) auf der Roten Liste der Weltnaturschutzunion (IUCN) als bedrohte Art eingestuft.

Trotz der Schaffung von Meeresschutzgebieten und Maßnahmen zur Regulierung der
Fischerei wächst die Zahl der Haie nicht. Einige Zebrahai-Unterpopulationen im Osten
Indonesiens und Ozeanien stehen sogar kurz vorm Aussterben.

Das StAR-Projekt, das im Wesentlichen von der Provinzregierung von Westguinea und der
indonesischen Agentur für Forschung und Innovation getragen wird, mobilisiert daher internationale Partner, um die Wiederauffüllung der Bestände und den langfristigen Schutz der Zebrahai-Arten zu gewährleisten. Das Projekt ist in einem großen Netz von Meeresschutzgebieten verankert: Der indonesische Raja Ampat-Archipel liegt nahe der Nordwestküste von Neuguinea in der Provinz Südwest-Papua.

Océanopolis hat die Genehmigung als „Zuchtstätte“ erhalten und ist der 7. Teilnehmer und einziger französischer Partner, der vom StAR-Projekt international neben amerikanischen, australischen und spanischen Einrichtungen anerkannt wurde.

„Die Haie, die Sie heute in Océanopolis sehen können, sind genetisch kompatibel mit der Wildpopulation der Zebrahaie von Raja Ampat. Im Rahmen dieses StAR-Projektes können wir jetzt erwägen, befruchtete Eier, die bei Océanopolis gelegt wurden, nach Indonesien zu senden, damit die Jungtiere in diesem Naturschutzgebiet wieder eingeführt werden können.“ – erklärt Dominique Barthelemy, Kurator für lebende Organismen bei Océanopolis

 

Ein neues, europäisches Zuchtprogramm für den gewöhnlichen Sägefisch

Für Kenner ein gewöhnlicher Sägefisch, für Laien ein Sägehai oder für die Kids „ein großer Fisch mit einer komischen Schnauze“… Seit 2001 ist dieses Tier ein Highlight des Besuchs im Tropenpavillon von Océanopolis.

 

Dieses weibliche Exemplar des Sägefisches (Pristis pristis) fasziniert die Besucher durch seine einzigartige Anatomie und beeindruckende Länge von 3,10m. In seinem ursprünglichen Lebensraum wird der Sägefisch u.a. wegen seiner Flossen viel gejagt. Er leidet ebenfalls unter Beifang, da sich seine charakteristisches Sägeschnauze häufig in den Fanggeräten der Fischer verfängt.

Diese Sägefisch-Art steht auf der Liste der stark gefährdeten Arten der Weltnaturschutzunion (IUCN) und wird ebenfalls seit 2007 im Anhang 1 des Übereinkommens über den internationalen Handel mit gefährdeten Arten freilebender Tiere und Pflanzen (CITES) aufgeführt.

Dank der Zusammenarbeit dreier Einrichtungen: Océanopolis, Planet Ocean Montpellier und Oceanogràfic Valencia in Spanien wird noch vor Ende 2023 das erste europäische Sägefisch- Zuchtprogramm starten. Ziel dieses gemeinsamen Projektes ist die Zusammenführung von zwei männlich-weiblichen Paaren, die möglicherweise zukünftige „Eltern“ werden könnten.

Im Rahmen einer Langzeit-Ausleihe wird das in Océanopolis gezeigte Weibchen nach Planet Ocean Montpellier transferiert, um dort ein Männchen zu treffen, während zur gleichen Zeit das zweite Männchen aus Montpellier nach Oceanogràfic Valencia in Spanien überführt wird, um dort ein Weibchen zu treffen. Diese vier Sägefische sind die einzigen Vertreter der Art Pristis pristis in Europa.

EINE REISE UNTER STRENGER BEOBACHTUNG, EINE MONATELANGUE VORBEREITUNG

Seit Mai 2023 wendet das Aquarium-Team von Océanopolis ein Desensibilisierungsprotokoll auf das Sägefisch-Weibchen an, um seinen Transport vorzubereiten.

„Ausser der Einführung eines Desensibilisierungsprogramms für das Tier, um sich an die wiederholte Nähe von Tauchern zu gewöhnen, haben wir den Futterplatz des Sägefisches in einen Bereich verlagert, der an das große Hai-Aquarium im Tropenpavillon angrenzt. Dieser ist ständig zugänglich, wenn das Tor geöffnet ist. Das Konditionieren einer solchen Tierart erfordert viel Zeit und Geduld, um sicherzustellen, dass das Tier aus freiem Willen handelt. Das gesamte Protokoll zielt darauf ab, seinen Transfer vorzubereiten. Heute reagiert dieses Weibchen sehr gut auf beide Übungen und geht problemlos zum Futterplatz im neuen Reservat.“, erklärt Pierre Ternat, Leiter des Aquarium-Teams von Océanopolis.

Das Unterwassertor, das zu diesem Reservat führt, bleibt nun ständig geöffnet, so dass der Sägefisch ihn nach Belieben erreichen kann. Wenn die Besucher ihn nicht im Hai-Aquarium des Tropenpavillons sehen können, ist er wahrscheinlich gerade dort. Die große Reise ist für Oktober 2023 geplant, und der Transport erfolgt per Lkw. Der Lkw wird mit einem sechs Meter langen Becken ausgestattet sein, das etwa 20.000 Liter Meerwasser enthält. Dieses System wurde bereits erfolgreich eingesetzt, um einen Sägefisch von Göteborg, Schweden, nach Valencia, Spanien, zu transportieren.

Um die Reise bestmöglich vorzubereiten, hat das Océanopolis-Team Kontakt zu Tierärzten aus verschiedenen Ländern aufgenommen, die Erfahrung mit solchen Transfers haben, um aus ihren Erfahrungsberichten zu lernen und wertvollen Ratschlägen einzuholen. Am Tag der Abreise wird ein Dutzend Personen hinter den Kulissen von Océanopolis mobilisiert, um das Tier vom Reservat, das an das Hai-Aquarium des Tropenpavillons angrenzt, bis zum LKW zu begleiten. Die gesamte, nach einem präzisen Zeitplan ablaufende Aktion findet unter Aufsicht eines Tierarztes statt. Im Vorfeld sind Proben geplant, um die Veranstaltung zu einem Erfolg zu machen.

⚠️ Ouverture le 14 juillet

Océanopolis est bien ouvert ce dimanche 14 juillet de 9h30 à 19h.

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